Mittelmeer-Krankheiten

Rund um die sogenannten Reise- oder Mittelmeer-Krankheiten gibt es in der Bevölkerung viele Unsicherheiten.

 

In Deutschland sind Mittelmeer-Krankheiten, wie der Name schon vermuten lässt, eher unbekannt. Deshalb sind die hiesigen Tierärzte in der Regel keine Experten für diesen Krankheitsbereich. Durch den Klimawandel, durch südliche Urlaubsreisen mit Hunden und auch durch Adoptionen von Auslandshunden sind Mittelmeer-Krankheiten dennoch immer wieder ein Thema.

Die Stadt Varazdin liegt im nördlichen Kroatien, auf dem 46. Breitengrad, ähnlich wie Genf und Bern und hat somit wenig mit der typischen Mittelmeer-Krankheit Leishmaniose zu tun. Unseres Wissens nach wurde noch kein Hund des Asyls Spas jemals positiv darauf getestet! Problematischer sind im Asyl Spas durch Zecken übertragbare Krankheiten sowie Filarienarten und Giardieninfektionen.

Die Lesika Hundehilfe hat Informationen eingeholt und mit Experten für Mittelmeer-Krankheiten gesprochen. Als zukünftige Adoptanten sollen Sie schließlich gut informiert, beraten und unterstützt werden. Und zwar sowohl im Vorfeld der Adoption als auch im Nachhinein, falls Ihr neues Familienmitglied tatsächlich erkranken sollte.

Wertvolle Informationen

Zwei der federführenden deutschen Institute rund um Reise- bzw. Mittelmeer-Krankheiten sind der Verein Parasitus Ex e.V. und das Leishmaniose-Forum e.V.: 


Tests geben Sicherheit

In Kroatien gibt es derzeit nur ein einziges Labor, das entsprechende Bluttests durchführen kann. Da die Wartezeiten entsprechend lang sind (zwei bis drei Monate), ist diese Möglichkeit im Tierschutzalltag leider nicht sinnvoll nutzbar.

In Kroatien Blut abnehmen und zur Untersuchung nach Deutschland senden? Das ist wegen einer Absprache innerhalb des kroatischen Tierärztekollegiums nicht möglich: Das Kollegium hat verfügt, dass sämtliche Untersuchungen innerhalb Kroatiens von Landsleuten ausgeführt werden sollen.

Der Lösungsweg der Lesika Hundehilfe sieht daher so aus: Die Hunde werden in Kroatien mithilfe eines sogenannten Snap-Tests (Schnelltest der Firma VetExpert, CaniV+4 Test) untersucht - und zwar auf

  • Dirofilaria immitis (Herzwurm),
  • Borreliose,
  • Anaplasma phagocytophilum,
  • Ehrlichiose.

Diese Snap-Tests sind zwar nicht so umfassend und gründlich wie aufwändige Blutuntersuchungen im Labor, geben aber die Sicherheit, dass der Hund zum Zeitpunkt des Testes „negativ" ist, also keinerlei Mittelmeer-Krankheit hat.

 

Wir empfehlen unseren Adoptanten jedoch grundsätzlich, ihren Hund innerhalb von zehn Tagen nach Ankunft im neuen Zuhause bei einem Tierarzt ihres Vertrauens vorzustellen. Der Veterinärmediziner kann eine gründliche Untersuchung vornehmen und bei Bedarf auch eine Empfehlung zu einer Blutuntersuchung (zum Beispiel bei Parasitus Ex) aussprechen. Die Kosten für einen solchen Bluttest liegen bei rund 50 bis 70 Euro. Die Auswertung dauert nach Laborangaben derzeit mindestens vier Wochen.